Die Eintracht hat heute vor 38.500 begeisterten Zuschauern den ersten Heimsieg seit einem halben Jahr gefeiert. Beim 4:1 (1:0) gegen Hansa Rostock konnte die Heimelf den Gegentreffer durch Jänicke (71.) ebenso wie einen durch Köhler verschossener Handelfmeter (75.) verschmerzen, denn Idrissou (2., 56.), Meier (52.) und Djakpa (90.) trafen.
Armin Veh hatte die Anfangself nach der Genesung von Kapitän Pirmin Schwegler erneut leicht verändert. Der Schweizer verdrängte mittelbar Constant Djakpa auf die Bank, da Köhler die 6er-Position räumte und in der linken Verteidigung begann. Anstelle von Matthias Lehmann spielte Karim Matmour - wie nach der entsprechenden Auswechslung in Cottbus rückte Sebastian Rode ins zentrale Mittelfeld. Außerdem spielte Ümit Korkmaz für Rob Friend, so dass Mo Idrissou dieses Mal als Stoßstürmer aufgeboten wurde.
Blitzstart durch Idrissou
Der immer anspielbare und meist brandgefährliche Kameruner setzte bei seiner Heimpremiere auch gleich den ersten Akzent des Spiels, als er eine Ecke von Schwegler im Gewühl knapp links vom rechten Pfosten aus etwa 8 Metern über die Linie drückte. Die Anfangsphase gehörte nur den Gastgebern, die den Ball laufen ließen, während Hansa hinten gut gestaffelt stand, vorne aber zumindest anfangs hilf- und harmlos wirkte. Beide Teams trugen in der ersten Hälfte nach einer Weile nicht mehr allzu viel zu einem attraktiven Spiel bei, sondern versammelten sich bei gegnerischem Ballbesitz beide mit fast allen Spielern in der eigenen Hälfte und machten die Räume eng. Große Torszenen blieben daher bis zur Pause selten.
Im zweiten Durchgang legte die Eintracht dann wieder ein anderes Tempo vor und übernahm die Initiative, obwohl doch eigentlich die zurückliegenden Gäste mehr Druck hätten machen müssen. Dazu trug auch der für den gelbvorbelasteten Korkmaz eingewechselte Djakpa bei, der die linke Verteidigerposition übernahm, so dass Köhler nach vorne rücken konnte. Mit einer harten flachen Hereingabe von der linken Seite setzte der Ivorer Alexander Meier in Szene, der am Fünfmeterraum schneller als sein Gegenspieler war, den Ball ins kurze Eck schob und sich damit wieder an die Spitze der Torjägerliste setzte.
Meier setzt sich wieder an die Spitze der Torjägerliste
Djakpa war auch Wegbereiter für das absolute Highlight des Spiels, welches alleine schon das Eintrittsgeld wert war. Seine hohe Hereingabe nahm Idrissou in Hüfthöhe technisch anspruchsvoll an und trümmerte den Ball dann aus der Drehung volley in die linke Ecke. Ein Hammertor! Kurz zuvor hatten die Gäste noch ihre bisher beste Torgelegenheit ausgelassen, als Semmer nach einer quer gespielten Kopfballvorlage einen Seitfallzieher am Fünfmeterraum nicht im Tor unterbrachte. Das Spiel war nun total offen, von den in der ersten Hälfte noch so engen Räumen war nichts mehr zu sehen.
Matmour hatte Mitte der zweiten Hälfte die nächste spektakuläre Torgelegenheit für Frankfurt, schoss den Ball aber aus spitzem Winkel knapp am langen Pfosten vorbei. Auf der anderen Seite kam die Hansa, die nun auch mehr wagte, zu ihrem erst vierten Saisontreffer. Nikolov wehrte einen 20-Meter-Schuss zur Seite ab - Jänicke erreichte den Ball als erster und staubte zum Ehrentreffer ab. Doch nur wenige Minuten später erzwang die Eintracht einen Strafstoß, als Idrissou eine Flanke von Köhler aufs Tor köpfte, der Ball aber von einem Verteidiger mit der Hand geblockt wurde. Köhler führte den Elfmeter aus und verlud Schlussmann Müller, schob den Ball aber leider auch knapp am linken Eck vorbei.
Der eingewechselte Djakpa ist an allen folgenden Toren beteiligt
In der Schlussphase ging es munter hin und her, ehe Djakpa nach einem öffnenden Pass von Rode den Schlusspunkt setzte. Völlig alleine zog er mit Schwung von außen Richtung linkes Strafraumeck und entschloss sich zu einem beherzten Schuss aufs lange Eck. Der Ball wurde noch von einem Verteidiger abgefälscht und schlug unhaltbar im rechten unteren Eck ein.
Die Eintracht kann endlich wieder zu Hause gewinnen und hält mit einer überzeugenden Leistung ihren bisherigen 2-Punkte-Schnitt. Die nächsten Aufgaben für die Adlerträger stellen sich auswärts in Dresden und zu Hause gegen Union Berlin.
Stimmen zum Spiel
Trainer Hansa Rostock Peter Vollmann:
"Der Sieg der Eintracht war natürlich verdient. In dem 4:1 steckt jede Menge Wahreit drin, jedoch ärgert mich die Höhe des Ergebnisses.Bis zum 2:0 haben wir uns gut verkauft, wir müssen die Niederlage aber akzeptieren, weil sie verdient ist. Grundsätzlich dürfen wir uns nicht mit der Eintracht messen, in den nächsten Spielen kommen wieder Gegner auf Augenhöhe."
Eintracht-Trainer Armin Veh:
"Ich bin froh über den ersten richtigen Heimsieg, wir haben das "Heimspiel-Gespenst" vertrieben. Mit der ersten Halbzeit war ich nicht zufrieden, da haben wir uns schwer getan und haben die Rostocker spielen lassen. Da hat man gemerkt, dass wir mental noch belastet sind. Nach dem 2:0 ist die ganze Last abgefallen und wir haben dann richtig guten Fußball gespielt."
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